cover Marionetten EliteriasBuchrezension

Die Marionetten Eliterias (Roman)
von Margarete Fuß

Science-Fiction? Utopie oder bereits ein Blick in unsere nahe Zukunft?

Die Digitalisierung und die damit einhergehenden technischen Entwicklungen beeinflussen unaufhaltsam unser aller Leben. Niemand kann sich den technischen Zwängen und Zukunftsvisionen unserer technikgläubigen Gesellschaft entziehen, und wenn doch, ist er dann nur ein Außenseiter oder gar ein Verlierer? Was bringen uns Elektronik, Digitalisierung und totale Vernetzung in der Zukunft und welchen Preis zahlen wir dafür? Fragen, die der Roman sehr realistisch und zugleich beängstigend in einer fiktiven Zukunft behandelt.

Sarah, die Protagonistin des Romans, lebt auf der ‚Sonnenseite‘ einer Zweiklassen-Gesellschaft. So erscheint es dem Leser am Anfang des Romans. Sie lebt in einer paradiesisch anmutenden Arbeitsumgebung, befreit von monotonen Routinetätigkeiten, die im privaten und beruflichen Umfeld u.a. von humanoiden Robotern, AllPhone, CommWall, persönliche Roboter-Assistentin, EarSets, HealthChips inkl. Sensoren am Körper erledigt werden. Eliteria stellt Arbeitsraum, Wohnraum und Freizeitgestaltung in einer abgeschlossenen, gesicherten Area bereit. Die Bewohner Eliterias, befreit von Problemen und eingehüllt in einer Wohlfühlatmosphäre, stellen Eliteria dafür ihr geistiges Potenzial uneingeschränkt für die Entwicklung neuer Technologien zur Verfügung. Sarah, anerkannte Expertin und Entwicklerin humanoider Roboter, zufrieden mit ihrer beruflichen und privaten Lebenssituation, erkennt sukzessive die Schattenseiten ihrer paradiesischen Umgebung. Ihr wird bewusst, was der Preis für die Annehmlichkeiten, die technischen Errungenschaften und die totale Kommunikation ist - Manipulation, Überwachung, Verlust der Eigenständigkeit/Selbstverantwortung, Gleichschaltung statt Individualität. Der Roman beschreibt spannend und einfühlsam, wie sich Sarah von den physischen und psychischen Zwängen befreit.

Fazit: Ein gelungenes Erstlingswerk, mit einem ‚offenen‘ Ende, was auf eine Fortsetzung hoffen lässt.

Elke Zander